DHBW Stuttgart: Neuer Studiengang ermöglicht berufsbegleitendes Studium für Pflegekräfte
Geplanter Start im Oktober 2012
Die DHBW Stuttgart bietet ab Oktober 2012 einen neuen berufsbegleitenden Studiengang Angewandte Pflegewissenschaften an. Dieser wird im Rahmen des Projekts „OPEN – OPen Education in Nursing“ konzipiert und implementiert, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
OPEN zielt darauf ab, einen innovativen und bedarfsgerechten Studiengang in der Pflege zu konzipieren und einzurichten, der sich explizit an bereits beruflich Qualifizierte richtet und den Weiterbildungsbedarfen der Krankenhäuser entspricht. Verschiedene baden-württembergische Einrichtungen beteiligen sich und entsenden die ersten Studierenden. Natürlich soll das Angebot jedoch auch weiteren Kliniken und Pflegeeinrichtungen offenstehen. Der erste Kurs von Studierenden soll im Herbst 2012 starten.
Kliniken im Land wirken an Studienkonzept mit
Ein besonderes Merkmal dieses Projektes ist es, dass neben der an der DHBW Stuttgart bereits vorhandenen Expertise im Bereich der Pflegewissenschaften vor allem auch das Wissen und die praktische Erfahrung verschiedener Dualer Partner – den ausbildenden Kliniken – in die Konzeption des Studiengangs einbezogen wird. „Die Mitwirkung der Dualen Partner ermöglicht den Transfer von Ergebnissen der Pflegeforschung in die Praxis und umgekehrt. Dies ist in Deutschland bislang nur in Ansätzen möglich. Die DHBW Stuttgart setzt damit ihre langjährige, ausgeprägte Kompetenz hinsichtlich des Theorie-Praxis-Transfers besonders zukunftsweisend ein“, so die Überzeugung von Prof. Dr. Joachim Weber, Rektor der DHBW Stuttgart.
Implementierung des Studienangebots wird wissenschaftlich begleitet
OPEN kennzeichnet sich außerdem durch die wissenschaftliche Begleitung während der gesamten Projektlaufzeit. Dabei wird ein auf die unterschiedlichen Qualitätsansprüche der verschiedenen Zielgruppen (z.B. Studierende, Praxispartner) bezogenes Evaluationskonzept entwickelt und durchgeführt. Außerdem werden Experteninterviews mit Praktikern durchgeführt. Mittels der so genannten Delphi-Methode wird die von Experten erwartete Entwicklung im Pflegebereich für die kommenden Jahre abgebildet und anschließend im Curriculum verankert. „Die zukünftige Pflegebildung benötigt gute und durchlässige Konzepte – nach ‚unten‘ und nach ‚oben‘ –, um den differenzierten Qualifikationsbedarfen bei der Patientenversorgung besser gerecht zu werden“, erklärt Prof. Dr. Anke Simon, Studiengangsleiterin an der DHBW Stuttgart und Projektleiterin von OPEN. Das Projekt wird außerdem von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet, dem Expertinnen und Experten aus Gremien, Verbänden und Kliniken angehören.
Beteiligte Kliniken begrüßen die Einführung des Studiengangs
Die Dualen Partner, die auch an der Konzeption des Studiengangs mitwirken werden, sind: Diakonie-Klinikum Schwäbisch-Hall, Kliniken des Landkreises Göppingen, Klinikum Ludwigsburg, Klinikum Stuttgart, Oberschwabenklinik, Robert-Bosch-Krankenhaus sowie Universitätsklinikum Ulm.
Diese begrüßen einhellig und mit Nachdruck die Einführung dieser bundesweit bisher einzigartigen Form des Studiengangs. „Mit diesem neuen Angebot gehören wir in Deutschland zu den Vorreitern, was das Wissensmanagement und den Wissenserwerb im Pflegebereich angeht“, stellt Rick Pieger, der stellvertretende Pflegedirektor des Universitätsklinikums Ulm, fest. Der Studiengang könne eine wesentliche Lücke schließen, die derzeit in der akademischen Pflegelandschaft noch besteht, so die Hoffnung von Margit Hudelmaier, die die Pflegedirektion der Kliniken des Landkreises Göppingen innehat.
Auch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) zeigt sich über das Projekt und dessen Förderung sehr erfreut. Denn, so Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz, es biete sich damit unter anderem die Chance, dass sich der Anteil von Frauen in mittleren und höheren Führungspositionen erhöhe und zugleich die Attraktivität des Pflegeberufs steige. So könne auch dazu beigetragen werden, dem sich immer weiter abzeichnenden Mangel an hochqualifizierten Fachkräften im Krankenpflegebereich entgegenzuwirken.
Projekt wird finanziert durch Bundesministerium für Bildung und Forschung und Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union
OPEN wird gefördert im Rahmen des Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“, der vom BMBF ausgeschrieben wurde, um den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte zu verbessern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das Vorhaben der Fakultät Wirtschaft an der Dualen Hochschule Stuttgart wurde neben 25 anderen aus einem Pool von rund 170 Projektskizzen zur Förderung ausgewählt. Es ist dabei das einzige aus dem Bereich Gesundheit bzw. Pflege. Prof. Dr. Bernd Müllerschön, Dekan der Fakultät Wirtschaft und Prorektor der DHBW Stuttgart erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass ein innovatives Projekt der Fakultät Wirtschaft an der Dualen Hochschule Stuttgart zur Förderung durch das Bundesbildungsministerium ausgewählt wurde. Das stimmt uns äußerst zuversichtlich, dass uns die nachhaltige Implementierung dieses innovativen Studienangebots gelingen wird.“
Die prämierten Hochschulen und Forschungseinrichtungen erhalten für ihre Projekte vom Bundesbildungsministerium eine komplette Finanzierung für die Dauer von maximal dreieinhalb Jahren. Der DHBW Stuttgart wurde für diesen Zeitraum eine Fördersumme von rund 1 Million Euro zugesprochen. Das Projekt wird außerdem durch den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.
Bluthochdruck und Demenz
Regelmäßige Kontrolle beugt Demenz vor
Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Schlaganfälle, in deren Folge sich oft eine vaskuläre Demenz entwickelt. Daher beugt eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks wichtig um Demenz vor. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) hin.
Blutdruck regelmäßig kontrollieren
Die so genannte vaskuläre Demenz ist nach Alzheimer die häufigste Demenzerkrankung. Im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz liegen ihr keine Veränderungen im Gehirn, sondern kranke Gefäße zugrunde. Wenn sich die Gefäßwände verdicken oder wegen Ablagerungen Schaden nehmen, kommt es zu Durchblutungsstörungen im Gehirn und das Risiko für eine Demenz steigt. Fast eine Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland an einer Demenz erkrankt – rund 20 Prozent von ihnen sind von einer vaskulären Demenz betroffen.
„Um einer vaskulären Demenz vorzubeugen, ist es besonders wichtig, Bluthochdruck behandeln zu lassen und den Blutdruck konsequent zu kontrollieren“, erklärt der Nervenarzt Frank Bergmann. Vor allem Diabetiker haben ein erhöhtes Demenzrisiko. „Diabetiker sollten ihren Blutzuckerspiegel gut unter Kontrolle haben und darüber hinaus hohe Blutfettwerte vermeiden, um Schäden an den Gefäßen vorzubeugen“, sagt Bergmann.
Mentale Fähigkeiten nehmen ab
Wie schnell eine vaskuläre Demenz voranschreitet und wie ausgeprägt sie ist, hängt vom Umfang der Durchblutungsstörungen im Gehirn ab. Sind kleinere Blutgefäße betroffen, kommt es zu chronischem Sauerstoffmangel und zu einem allmählichen Absterben von Gehirnzellen. „Die vaskuläre Demenz ist eine langsam fortschreitende Erkrankung und beeinträchtigt viele mentale Fähigkeiten. Störungen des Gedächtnisses und Denkens sowie der Konzentrations- und Lernfähigkeit aber auch der Urteilskraft können auftreten“, berichtet der Nervenarzt. „Erkrankte haben oft Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, und oftmals ist ihre räumliche Orientierung beeinträchtigt. Auch psychische Veränderungen, wie Stimmungsschwankungen und eine Veränderung der Persönlichkeit gehen oft mit dem Erkrankungsbild einher“, sagt Bergmann.
Frühe Diagnose beugt vor
Bei ersten Anzeichen von gesteigerter Vergesslichkeit oder dem Eindruck, dass sich die persönliche Denkleistung massiv verschlechtert hat, sollten Betroffene einen Nervenarzt aufsuchen. „Durch die frühe Diagnose einer vaskulären Demenz, kann man das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder aufhalten“ meint Bergmann. Wichtig sei es, Gefäßveränderungen und Bluthochdruck zu behandeln.

Erfolge für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Gesundheitswesen
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Wunsch nach familienfreundlichen Arbeitsbedingungen ist längst nicht mehr ausschließlich ein Thema für Frauen
Dennoch tragen sie häufig den größeren Teil zur Versorgung von Kindern und Familie bei. Anlässlich des Muttertages am 13. Mai 2012 wies das Bundesministerium für Gesundheit darauf hin, dass berufstätige Mütter deshalb ganz besonders auf ihre Situation zugeschnittene Arbeitsmöglichkeiten brauchen. Immerhin sind rund 60 Prozent der ärztlichen Berufsanfänger und rund 80 Prozent der Beschäftigen im Krankenhaus Frauen. Im Bereich der Altenpflege beträgt der Anteil von Frauen an den Beschäftigten 85 Prozent. Das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt deshalb Maßnahmen, mit denen Beruf und Familie leichter miteinander in Einklang gebracht werden können. Seit 2010 tagt ein Runder Tisch zum Thema, an dem Vertreterinnen und Vertreter der Krankenhäuser, der Ärzteschaft einschließlich des Deutschen Ärztinnenbundes, der Pflegenden und der Pflegeeinrichtungen, der medizinischen Fachberufe, der Gewerkschaften, der Länder und des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen teilnehmen.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB, die den Runden Tisch ins Leben gerufen hat, erklärt dazu: „Ich freue mich, dass wir mit dem Runden Tisch ein engagiertes Gremium geschaffen haben, das bereits zahlreiche Empfehlungen vorgelegt hat und konkrete Erfolge vorweisen kann. Die erzielten Maßnahmen reichen von der Einrichtung zweier Internetplattformen, die Informationen über gute Initiativen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Krankenhaus und der Arztpraxis bieten, bis hin zu Anregungen zu gesetzlichen Änderungen. Allerdings lässt sich durch Gesetze nicht alles regeln. Auch die Verantwortlichen vor Ort, z. B. in den Krankenhäusern, müssen ihre Möglichkeiten zur Gestaltung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen nutzen, beispielsweise durch Erleichterung des Wiedereinstiegs nach Elternzeit oder durch Kinderbetreuungsangebote. Wir werden die konstruktive Arbeit am Runden Tisch fortsetzen.“
Mit dem zum 1. Januar 2012 in Kraft getretenen GKV-Versorgungsstrukturgesetz wurde die Situation für Ärztinnen im vertragsärztlichen Bereich erheblich verbessert. Vertragsärztinnen können sich beispielsweise im Zusammenhang mit einer Entbindung künftig 12, statt wie bisher sechs Monate, vertreten lassen. Für die Erziehung von Kindern besteht fortan die Möglichkeit zur Beschäftigung einer Entlastungsassistentin bzw. eines Entlastungsassistenten für bis zu 36 Monate.
„Neben den Verbesserungen, die wir mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz durchgesetzt haben, sind auch gesundheitliche Prävention und Rehabilitation von wesentlicher Bedeutung,“ erklärt dieParlamentarische Staatssekretärin Ulrike Flach, MdB. „Ich freue mich, dass sich im Februar dieses Jahres der GKV-Spitzenverband, das Müttergenesungswerk und der Bundesverband Deutscher Privatkliniken auf eine Überarbeitung der Begutachtungs-Richtlinie ‚Vorsorge und Rehabilitation' und die entsprechende Umsetzungsempfehlungen geeinigt haben. Die überarbeitete Richtlinie soll die Bewilligung von Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen in der Praxis transparenter und einheitlicher machen. Ich erwarte dadurch eine spürbare Verbesserung bei der Bewilligungsprüfung der gesetzlichen Krankenkassen im Sinne der betroffenen Mütter und Väter.“
Zur weiteren Information:
Das Bundesministerium für Gesundheit hat mit Unterstützung des Runden Tisches zwei Informationsplattformen initiiert. Sie liefern Ideen und Umsetzungshinweise für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowohl für Krankenhaus als auch Arztpraxis und nennen Ansprechpartner.
www.pflege-krankenhaus.de und
www.praxis-und-familie.de

