Hitze fördert Verwirrtheit bei Senioren
Das Gehirn ist von einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr abhängig
Schweißtreibende Temperaturen führen in den Sommermonaten zu einem hohen Flüssigkeitsverlust, der gerade bei Senioren demenzartige Zustände auslösen kann.
Wenn heiße Sommertage den Menschen Schweißperlen auf die Stirn treiben, verliert der Körper reichlich Flüssigkeit und Mineralstoffe. Zuckerfreie Getränke wie Mineralwässer helfen, den Wasserverlust wieder auszugleichen. Doch gerade älteren Menschen fällt es aufgrund ihres nachlassenden Durstgefühls schwer, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Besonders an heißen Tagen können sich bei ihnen plötzliche Verwirrtheitszustände zeigen.
Die Funktion des Gehirns ist nicht nur von einer angemessenen Nährstoffversorgung, sondern maßgeblich auch von einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr abhängig. Stoffwechselprozesse finden im wässrigen Milieu statt. Trocknen Zellen aus, können diese ihre Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Bei Gehirnzellen ist dies besonders schwerwiegend. Verliert der Körper Wasser, schrumpft die Gehirnmasse. Neben Kopfschmerzen verursacht dies Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheitsanzeichen bis hin zu Halluzinationen.
Besonders bei demenzkranken Senioren können sich die Krankheitssymptome an heißen Tagen verschlechtern. Hier spielt nicht nur das mangelnde Durstgefühl, sondern auch die Vergesslichkeit zu Trinken eine Rolle. Bei der Behandlung ist daher nicht nur auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme, sondern auch auf die stete Zufuhr von Wasser zu achten.
Um den Wasserverlust auszugleichen, sollten Senioren mindestens ein bis zwei Liter Mineralwasser, ungesüßten Tee oder gut verdünnte Fruchtsaftschorlen trinken. Zuckerreiche Getränke sind eher ungeeignet, da diese dem Körper zusätzlich Wasser entziehen. Um trotz des mangelnden Dursts dennoch ausreichend zu trinken, empfiehlt es sich, die empfohlene Menge Getränke bereits morgens parat zu stellen. Kleine Wasserflaschen im Blickfeld beziehungsweise an häufig aufgesuchten Orten der Wohnung erinnern an das Trinken. Ebenso hilfreich ist der Vorsatz „jede Stunde ein Glas trinken“ oder ein spezieller Trinkplan, der die Trinkmenge zu und zwischen den Mahlzeiten festlegt. Wasserreiche Speisen wie klare Suppen führen dem Körper zusätzliche Flüssigkeit und Mineralstoffe zu.
Merkel soll Pflegenotstand lösen
In den nächsten zehn Jahren würden rund 300.000 zusätzliche Betreuer für Pflegebedürftige gebraucht
Die privaten Alten-Pflegeeinrichtungen schlagen Alarm und fordern einen Pflege-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Es herrscht Pflegenotstand", sagte der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer.
In den nächsten zehn Jahren würden rund 300.000 zusätzliche Betreuer für Pflegebedürftige gebraucht. Aber der Markt sei leer gefegt. Nur mit einer verstärkten Umschulung und einer gesteuerten Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland sei die Situation noch in den Griff zu bekommen. Der Verband vertritt etwa jede vierte Pflegeeinrichtung in Deutschland.
VdK warnt vor Abschaffung der Rentengarantie
Präsidentin Ulrike Mascher kündigt Widerstand durch öffentliche Proteste an
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, weist den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle auf das Schärfste zurück, die 2009 beschlossene Rentengarantie wieder abzuschaffen. Mascher wörtlich: "Durch drei Nullrunden in Folge und zwei Mini-Rentenerhöhungen haben die Rentnerinnen und Rentner bereits zwischen 2004 und 2009 erhebliche Kaufkraftverluste hinnehmen müssen. Durch die Nullrunden 2010 und 2011 sowie die zu erwartenden erheblichen Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung werde sich der Wertverlust der Rente weiter fortsetzen. Deswegen brauchen die Rentner die Garantie, dass wenigstens der Zahlbetrag ihrer Altersbezüge nicht gekürzt werden kann."
Auf die Aussage Brüderles, es werde dauerhaft nicht funktionieren, die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung abzukoppeln, entgegnete die VdK-Präsidentin: "Die Renten entwickeln sich schon lange nicht mehr analog zu den Löhnen. Rentenkürzungsfaktoren, wie Riesterfaktor, Nachhaltigkeits- und Ausgleichsfaktor haben die Rentner über Jahre hinweg von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Deshalb ist die Rentenschutzklausel, die zumindest eine Kürzung des Rentenzahlbetrags verhindert, das Mindeste, worauf Rentner sich in Zukunft verlassen können müssen." Darüber hinaus fordert der VdK die Abschaffung der Kürzungsfaktoren bei der Rentenanpassung.
Das Argument von Minister Brüderle, "die Renten müssen zunächst erwirtschaftet werden", löse bei den Rentnern Verärgerung und Verbitterung aus. Mascher: "Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt des Staates, sondern ist der Lohn für die Lebensleistung von 20 Millionen Menschen, die jahrzehntelang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben."
"Der VdK hat die Rentengarantie im letzten Jahr für seine 1,5 Millionen Mitglieder und die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner erkämpft und werde in Form von öffentlichen Protesten erheblichen Widerstand leisten, sollte die Bundesregierung die Rentenschutzklausel im Zuge der Haushaltssanierung zur Disposition stellen", kündigte die VdK-Präsidentin an.
