
Etwa 2,25 Mio. Menschen in Deutschland sind dauerhaft pflegebedürftig, d. h., dass sie wegen Behinderung oder Krankheit für den Zeitraum von mindestens 6 Monaten bei der Verrichtung der Tätigkeiten des täglichen Lebens auf die Hilfe anderer angewiesen sind.
Das besagt die letzte Pflegestatistik des statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2007.
In den letzten 2 Jahren hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen mit Sicherheit weiter erhöht,
ein Trend, der in einer immer älter werdenden Gesellschaft noch über viele Jahre anhalten und sogar zunehmen wird.
Doch nicht ausschließlich für alte Menschen kann Pflegebedürftigkeit ein Thema werden, auch junge Menschen, z.B. Behinderte oder mehrfach und chronisch Erkrankte, gehören zu den Betroffenen.

Die Mehrzahl der pflegebedürftigen Menschen wird zu Hause betreut, oft allein durch die Angehörigen.
Diese sind häufig Laien, haben also keine professionelle medizinische oder pflegerische Ausbildung erfahren.
Somit werden viele Menschen, wenn sie plötzlich damit konfrontiert sind, einen Angehörigen zu pflegen, fachlich und psychisch bis an ihre Grenzen gefordert.
Die Folge können Pflegefehler zu Lasten des Pflegebedürftigen -oder unter Umständen auch zu Lasten des Pflegenden selbst- sein.
Was kann der Pflegende tun, um diese Fehler möglichst zu vermeiden?
Aber obwohl ihre Anzahl seit der Einführung von schärferen Kontrollen und genaueren Bewertungen der Pflegequalität und einem höheren allgemeinen Stellenwert des sog. „Fehlermanagements“ deutlich zurück-
gegangen ist, können Pflegefehler leider weiterhin auch bei der Betreuung durch professionelle Pflegekräfte vorkommen. Dies gilt sowohl für die häusliche als auch für die stationäre Pflege. Vor allem personelle Unterbesetzung und zu knappe Zeitvorgaben sowie die daraus erwachsenden Überforderungen stehen hier seit vielen Jahren in der Kritik.
Worauf sollte ich als Angehöriger achten, um mögliche Pflegefehler erkennen und gegebenenfalls abstellen zu können? Wie kann ich feststellen, ob mögliche Beeinträchtigungen des Pflegebedürftigen tatsächlich auf möglicherweise vermeidbare Pflegefehler zurückgehen?
Die Redaktion der Deutschen Pflegeauskunft hat für Sie als Einstieg in die Problematik eine Einführung in die Begriffe und Inhalte zum Thema: „Häufige Pflegefehler vermeiden“ erstellt.
Diese ersetzt selbstverständlich nicht eine fundierte Weiterbildung, beispielsweise in Form von kostenlosen Pflegekursen, welche von vielen Einrichtungen und Trägern angeboten werden.
Die einzelnen Kapitel des Artikels erheben weder thematisch noch inhaltlich Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bieten die Möglichkeit einer ersten Auseinandersetzung mit dem Thema.
Der Begriff „Pflegefehler“ wird dabei nicht in seiner engeren Bedeutung als feststehender Begriff der professionellen Pflege mit gegebenenfalls juristischen Konsequenzen, sondern in weiterem Sinne verwendet
Datum der letzten Änderung: 25. Januar 2010, (Matthias Potysch)